Micron Document
<!DOCTYPE html>
<html class="client-nojs vector-feature-language-in-header-enabled vector-feature-language-in-main-page-header-disabled vector-feature-page-tools-pinned-disabled vector-feature-toc-pinned-clientpref-0 vector-toc-not-available vector-feature-main-menu-pinned-disabled vector-feature-limited-width-clientpref-1 vector-feature-limited-width-content-enabled vector-feature-custom-font-size-clientpref-1 vector-feature-appearance-pinned-clientpref-0 skin-theme-clientpref-day vector-sticky-header-enabled" lang="de" dir="ltr"><head>
<meta charset="UTF-8">
<title>Mandatory Access Control</title>
<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1.0">
<link rel="icon" type="image/png" href="./_res_/favicon.png">
<link rel="canonical" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mandatory_Access_Control"> <link href="./_mw_/ext.cite.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.wikimediamessages.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.icons.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.search.codex.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/skins.vector.styles.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<meta name="ResourceLoaderDynamicStyles" content="">
<link href="./_mw_/ext.gadget.citeRef.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.defaultPlainlinks.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonHide.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonLayout.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiCommonStyle.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiDarkmode.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.dewikiResponsive.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link href="./_mw_/ext.gadget.specialSearch.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/site.styles.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_mw_/noscript.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/footer.css">
<link rel="stylesheet" type="text/css" href="./_res_/vector-2022.css">
</head>
<body class="skin--responsive skin-vector skin-vector-search-vue mediawiki ltr sitedir-ltr mw-hide-empty-elt ns-0 ns-subject page-Mandatory_Access_Control rootpage-Mandatory_Access_Control skin-vector-2022 action-view">
<div class="mw-page-container">
<div class="mw-page-container-inner">
<div class="mw-content-container">
<main id="content" class="mw-body">
<header class="mw-body-header vector-page-titlebar">
<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Mandatory Access Control</span></h1>
</header>
<a id="top"></a>
<div id="bodyContent" class="vector-body ve-init-mw-desktopArticleTarget-targetContainer" aria-labelledby="firstHeading" data-mw-ve-target-container="">
<div id="contentSub">
<div id="mw-content-subtitle"></div>
</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p><b>Mandatory Access Control</b> (<b>MAC</b>), zu Deutsch etwa: <i>obligatorische Zugangskontrolle</i>, beschreibt eine systembestimmte, auf Regeln basierende Zugriffskontrollstrategie<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und ist ein Oberbegriff für Konzepte zur Kontrolle und Steuerung von <a href="Zugriffsrecht" title="Zugriffsrecht">Zugriffsrechten</a>, vor allem auf IT-Systemen. Die Entscheidungen über Zugriffsberechtigungen werden nicht nur auf der Basis der Identität des Akteurs (<a href="Benutzer" title="Benutzer">Benutzers</a>, <a href="Prozess_(Computer)" class="mw-redirect" title="Prozess (Computer)">Prozesses</a>) und des Objekts (Ressource, auf die zugegriffen werden soll) gefällt, sondern aufgrund zusätzlicher <i>Regeln</i> und <i>Eigenschaften</i> (wie Kategorisierungen, Labels und Code-Wörtern). Im Unterschied zu anderen Sicherheitsmodellen wie dem benutzerbestimmbaren <a href="Discretionary_Access_Control" title="Discretionary Access Control">DAC</a>-Modell oder dem rollenbasierten <a href="Role_Based_Access_Control" title="Role Based Access Control">RBAC</a>-Modell<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> werden spezielle Funktionen in das IT-System und die Anwendungsprogramme eingearbeitet, die den Zugriff, die Benutzung und Konvertierung von Informationen nur unter den im jeweiligen Konzept geltenden Voraussetzungen erlauben.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einsatzgebiete">Einsatzgebiete</h2></div>
<p>Modelle der <i>Mandatory Access Control</i> dienen dazu, die Sicherheit von Informationen vor unautorisiertem Zugriff sicherzustellen und auch systemtechnisch zu erzwingen. Der Schutz der Informationen bezieht sich auf <a href="Vertraulichkeit" title="Vertraulichkeit">Vertraulichkeit</a> und <a href="Integrit%C3%A4t_(Informationssicherheit)" title="Integrität (Informationssicherheit)">Integrität</a>.
</p>
<dl><dt>Vertraulichkeit</dt>
<dd>Verhindern des Zugriffs von nicht autorisierten Personen auf geschützte Informationen. Als Beispiel können hier Informationen aufgeführt werden, die der Geheimhaltung unterstehen.</dd>
<dt>Integrität</dt>
<dd>Verhindern der Manipulation von Informationen durch unautorisierte Personen. Als Beispiel kann hier die Befehlskette eines <a href="Milit%C3%A4r" title="Militär">militärischen</a> Einsatzsystems wie den Command-and-Control-Systemen angeführt werden.</dd></dl>
<p>Eine Ausprägung ist die Umsetzung der Zugriffskontrolle in <a href="Informationstechnik" title="Informationstechnik">IT</a>-Systemen. Weiterhin können die Sicherheitsmodelle analog auch in Organisationsformen, <a href="Prozess_(Informatik)" title="Prozess (Informatik)">Prozessen</a> sowie in der <a href="Geb%C3%A4udetechnik" class="mw-redirect" title="Gebäudetechnik">Gebäudetechnik</a> eingesetzt werden.
</p><p>Vor allem im Bereich des <a href="Milit%C3%A4r" title="Militär">Militärs</a> werden solche Zugriffssysteme benötigt, wobei es sich um sensible Informationen bezüglich der Kriegsführung handelt, aber auch im Bereich der <a href="Beh%C3%B6rde" title="Behörde">Behörden</a>, wobei es sich hier um Informationen bezüglich <a href="Technik" title="Technik">Technik</a>, <a href="Politik" title="Politik">Politik</a>, <a href="Au%C3%9Fenhandel" title="Außenhandel">Außenhandel</a> sowie der <a href="Nachrichtentechnik" title="Nachrichtentechnik">Nachrichtentechnik</a> handelt. Siehe hierzu auch <a href="Verschlusssache" title="Verschlusssache">Verschlusssache</a>. Ein weiterer Anwendungsbereich sind Patientendaten in der Gesundheitsbranche, zum Beispiel bei der Patientenkarte.
</p><p>Es existieren zwei Arten von MAC-Konzepten:
</p>
<ul><li>Im einfachsten (und auch z.&nbsp;T. historischen) Fall, den <i>Multi-Level-Sicherheitssystemen</i>, bilden solche Systeme das Modell der <i><a href="Geheimhaltungsstufe" class="mw-redirect" title="Geheimhaltungsstufe">Schutzstufen</a></i> ab. Für mehr Informationen siehe Abschnitt <a href="#Multi-Level-Sicherheitssysteme">Multi-Level-Sicherheitssysteme</a>.</li></ul>
<ul><li>Im komplexeren Fall, den <i>multilateralen Sicherheitsmodellen</i>, bilden solche Systeme nicht nur eine vertikale Gliederung in Schutzstufen ab, sondern einen <a href="Verband_(Mathematik)" title="Verband (Mathematik)">Verband</a> <i>(engl. lattice)</i> bestehend aus mehreren Schutzstufen und Codewörtern (engl. „labels“). Für mehr Informationen siehe Abschnitt <a href="#Multilaterale_Sicherheitsmodelle">Multilaterale Sicherheitsmodelle</a>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Multi-Level-Sicherheitssysteme">Multi-Level-Sicherheitssysteme</h2></div>
<p>Die Multi-Level-Sicherheitssysteme (MLS) (englisch: <i>multilevel security</i> oder auch <i>multiple levels of security</i>) entsprechen der ursprünglichen Form der <i>Mandatory Access Control</i>, die in den <a href="1970" title="1970">1970er</a> Jahren beschrieben wurde. Meistens wurden Implementierungen auf <a href="Mainframe" class="mw-redirect" title="Mainframe">Mainframes</a> im militärischen oder sicherheitstechnischen Bereich verwendet. Bis heute ist diese Art der <i>Mandatory Access Control</i> am weitesten verbreitet. Bei den <i>MLS</i>-Systemen wird der Zugriff immer anhand des Modells der <i><a href="Geheimhaltungsstufe" class="mw-redirect" title="Geheimhaltungsstufe">Schutzstufen</a></i> abgebildet. Dabei wird jedes Objekt (<a href="Ressource" title="Ressource">Ressource</a>, auf das zugegriffen werden soll) einer Schutzstufe zugeordnet. Die einzelnen Schutzklassen unterteilen die Objekte in „Schichten“ (vertikale Gliederung). Der Ausdruck „vertikal“ bezieht sich auf den Informationsfluss und bedeutet, dass Informationen ohne Weiteres nur innerhalb Schichten fließen dürfen. Eine geheime Information darf nicht öffentlich werden. Jedem Subjekt (Akteur, Benutzer) wird nun ebenfalls eine Schutzstufe zugewiesen (Vertrauen). Ein Subjekt darf nur dann auf ein Objekt einer anderen Schicht zugreifen, wenn die Schutzstufe des Subjekts (die <i>Clearance</i> einer Person) mindestens so hoch ist wie die Schutzstufe des Objekts (beispielsweise die <i>Geheimhaltungsstufe</i> eines Dokuments). Die Zugriffssicherheit bezieht sich auf den Top-Down- und Bottom-Up-Informationsfluss.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bell-LaPadula">Bell-LaPadula</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Bell-LaPadula-Sicherheitsmodell" title="Bell-LaPadula-Sicherheitsmodell">Bell-LaPadula-Sicherheitsmodell</a></i></div>
<p>Das <a href="Bell-LaPadula" class="mw-redirect" title="Bell-LaPadula">Bell-LaPadula</a>-Modell befasst sich mit der <a href="Vertraulichkeit" title="Vertraulichkeit">Vertraulichkeit</a> der Daten. Es soll nicht möglich sein, Informationen einer höheren Schutzstufe zu lesen oder Informationen einer höheren Schutzstufe in eine tiefere Schutzstufe zu überführen. Systeme, die auf dem <i>Bell-LaPadula</i>-Prinzip basieren, wurden vor allem dann verwendet, wenn Daten einer gewissen Geheimhaltung unterliegen. Die klassischen <i>Bell-LaPadula</i>-Systeme wurden durch <i>Lattice-</i> oder <i>Compartment</i>-basierende Systeme abgelöst.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Biba">Biba</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Biba-Modell" title="Biba-Modell">Biba-Modell</a></i></div>
<p>Das Biba-Modell stellt eine <i>Umkehrung</i> des <a href="Bell-LaPadula" class="mw-redirect" title="Bell-LaPadula">Bell-LaPadula</a>-Modells dar: Hier werden Informationen nicht vor dem Lesen, sondern vor Manipulation durch Unbefugte geschützt. Das Biba-Modell legt einen Schwerpunkt auf die <a href="Integrit%C3%A4t_(Informationssicherheit)" title="Integrität (Informationssicherheit)">Integrität</a> der Daten. Es wird einerseits in der Informationstechnik verwendet, z.&nbsp;B. als Gegenmaßnahme bei Angriffen auf sicherheitsrelevante Systeme wie <a href="Firewall" title="Firewall">Firewalls</a>, andererseits auch bei militärischen Systemen, wo es grundlegend wichtig ist, dass ein Befehl in der Kommandokette nicht modifiziert werden kann und somit eine falsche Anweisung weitergegeben wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="LoMAC">LoMAC</h3></div>
<p><i>Low-Watermark Mandatory Access Control</i> ist eine Variation des <a href="Biba-Modell" title="Biba-Modell">Biba-Modells</a>, die erlaubt, dass Subjekte hoher Integrität lesend auf Objekte niedrigerer Integrität zugreifen. Es wird die Integrität des lesenden Subjekts heruntergesetzt, damit dieses nicht mehr schreibend auf Objekte mit hoher Integrität zugreifen kann. <i>LoMAC</i>-Systeme werden vor allem in <a href="Chroot" title="Chroot">chroot</a>-Anwendungen wie <a href="Honeypot" title="Honeypot">Honeypot</a> implementiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Multilaterale_Sicherheitsmodelle">Multilaterale Sicherheitsmodelle</h2></div>

<p>Der Begriff <b>multilaterale Sicherheitsmodelle</b> wird für Sicherheitssysteme verwendet, die nicht nur Top-down- oder Bottom-up-Betrachtungen anstellen, wie das <a href="Bell-LaPadula" class="mw-redirect" title="Bell-LaPadula">Bell-LaPadula</a> oder <a href="Biba-Modell" title="Biba-Modell">Biba-Modell</a>, sondern die Zugriffsrechte auf Basis von Segmenten vergeben. Solche Systeme bilden einen <a href="Verband_(Mathematik)" title="Verband (Mathematik)">Verband</a> <i>(engl. lattice)</i> bestehend aus mehreren Schutzstufen und Codewörtern (engl. „labels“) ab. Technisch sind sowohl Schutzstufen als auch Codewörter als Labels abgebildet. Somit ergibt sich ein horizontales Zugriffssystem (die Codewörter), das zusätzliche vertikale Eigenschaften (die Schutzstufen) aufweist. Ein Zugriff auf geschützte Information ist nicht nur mit einer Klassifizierung <i>geheim</i> möglich, sondern es müssen alle Schutzstufen und Code-Wörter erfüllt werden. Wenn Benutzer&nbsp;A Lesezugriff auf die Klassifizierung <i>streng vertraulich</i> besitzt, kann er Informationen dieser Klassifizierung lesen. Derselbe Benutzer besitzt aber keinen Zugriff auf Daten, die als <i>streng vertraulich</i> (CodeWord: Krypto) klassifiziert sind. Um den komplexeren Sachverhalt zu verdeutlichen, werden diese Systeme auch als <i>Policy-basierende Sicherheitsmodelle</i> oder <i>regelbasierte Sicherheitssysteme</i> bezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Compartment-_oder_Lattice-Modell"><i>Compartment- oder Lattice-Modell</i></h3></div>
<p>Auch bezeichnet als <i>Lattice-Modell</i> oder <i>Compartment</i> (zu deutsch: <i>Verband</i> oder <i>Kategorie</i>). Das Compartment-Modell basiert auf dem <a href="Bell-LaPadula" class="mw-redirect" title="Bell-LaPadula">Bell-LaPadula</a> Modell, erweitert die Zugriffe um Codewörter und bildet somit einen Verband (Lattice). Es werden „zulässige und unzulässige Informationskanäle zwischen Subjekten“ beschrieben.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Lattice-Modell wurde <a href="1993" title="1993">1993</a> von Ravi S. Shandu<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und 1976 von <a href="Dorothy_E._Denning" title="Dorothy E. Denning">Dorothy E. Denning</a><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> beschrieben. Wenn Benutzer A Lesezugriff auf die Klassifizierung <i>streng vertraulich</i> und Klassifizierung <i>vertraulich</i> besitzt, kann er Informationen dieser Klassifizierung lesen.
Derselbe Benutzer besitzt aber keinen Zugriff auf Daten, die als <i>Streng-Vertraulich-(Krypto)</i> klassifiziert sind. Nur wenn der Benutzer Zugriff auf die Klassifizierungen <i>streng vertraulich</i> und <i>Krypto</i> besitzt, kann er auf die Daten zugreifen.
</p><p>Im Prinzip stellt das Modell eine Kombination von Schutzstufen mit dem Prinzip des notwendigen Wissens (englisch: <i>Need to know principle</i>) dar: Objekte werden sowohl vertikal (nach Schutzstufe) als auch horizontal (nach Sachgebiet) unterteilt. Subjekte werden <i>pro Sachbereich</i> einer Schutzstufe zugeordnet. Ein Zugriff kann nur erfolgen, wenn die Voraussetzungen <i>beider</i> Regelsysteme erfüllt sind. Hauptaugenmerk wird auf eine <i>Kontrolle des Informationsflusses</i> gelegt. Es soll nicht möglich sein, dass vertrauliche Informationen an nicht vertrauenswürdige Personen weitergegeben werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Chinese_Wall_–_Brewer-Nash"><span id="Chinese_Wall_.E2.80.93_Brewer-Nash"></span>Chinese Wall – Brewer-Nash</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Chinese-Wall-Sicherheitsmodell" class="mw-redirect" title="Chinese-Wall-Sicherheitsmodell">Chinese-Wall-Sicherheitsmodell</a></i></div>
<p>Der Ausdruck <i>Chinese Wall</i> hat seine Ursprünge in der Finanzbranche und bezeichnet bestimmte Regeln, die verhindern sollen, dass ein Interessenkonflikt herbeigeführt wird (siehe auch <a href="Chinese_Wall_(Finanzwelt)" title="Chinese Wall (Finanzwelt)">Chinese Wall (Finanzwelt)</a>). Das IT-System soll eine „unzulässige Ausnutzung von <a href="Insiderwissen" class="mw-redirect" title="Insiderwissen">Insiderwissen</a> bei der Abwicklung von Bank- oder Börsentransaktionen“ oder die Weitergabe von unternehmensspezifischen Insiderinformationen an konkurrierende Unternehmungen durch einen <a href="Unternehmensberater" title="Unternehmensberater">Berater</a> verhindern.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weitere_Sicherheitsmodelle">Weitere Sicherheitsmodelle</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Clark_Wilson">Clark Wilson</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Clark-Wilson-Modell" title="Clark-Wilson-Modell">Clark-Wilson-Modell</a></i></div>
<p>Das Clark-Wilson-Modell beschreibt die Integrität von kommerziellen, nicht-militärischen Systemen und ist eine Variation des klassischen MAC-Ansatzes. Praktisch jeder <a href="Gro%C3%9Frechner" title="Großrechner">Großrechner</a> verarbeitet Daten auf Basis des Clark-Wilson-Modells.
</p>
<ol><li>Das System befindet sich in einem <i>gültigen</i> (konsistenten) Anfangszustand.</li>
<li>Zugriff auf das System nur mittels explizit erlaubter <a href="Transaktionssystem" title="Transaktionssystem">Transaktionen</a>.</li>
<li>Nur solche Transaktionen sind erlaubt, die das System <i>unter allen Umständen</i> in einen (neuen) gültigen Zustand bringen.</li></ol>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="BMA-Modell_(British_Medical_Association)"><span id="BMA-Modell_.28British_Medical_Association.29"></span>BMA-Modell (British Medical Association)</h3></div>
<p>Das BMA-Modell wurde 1996 von <a href="Ross_Anderson_(Informatiker)" title="Ross Anderson (Informatiker)">Ross Anderson</a><sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> beschrieben. Das Modell vereint Eigenschaften des <a href="Clark-Wilson-Modell" title="Clark-Wilson-Modell">Clark-Wilson-Modells</a> mit dem <a href="Bell-LaPadula" class="mw-redirect" title="Bell-LaPadula">Bell-LaPadula</a>-Sicherheitsmodell.
Das BMA-Modell ist ein Zugriffsmodell, das zum Schutz von medizinischen Daten entwickelt wurde. Das BMA-Modell ist generell anwendbar auf alle Daten, die dem Datenschutz unterstehen.
1996 wurde das Modell von der UEMO European Medical Organisation übernommen. Das BMA-Modell ist nicht zentral, sondern dezentral angelegt. Die <a href="Richtlinie" title="Richtlinie">Policy</a> wird durch den Patienten bestimmt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Prinzip_des_notwendigen_Wissens">Prinzip des notwendigen Wissens</h2></div>
<p>Das <a href="Need-to-know-Prinzip" title="Need-to-know-Prinzip">Prinzip des notwendigen Wissens</a> (engl.: <i>need-to-know principle</i>) bietet eine Alternative zum Schutzklassenmodell: Hier werden die Objekte „horizontal“ in Sachbereiche gegliedert; jedem Subjekt werden die Sachbereiche zugewiesen, für die er oder sie zuständig sein soll. Je nach Ausprägung muss nun ein Subjekt, das auf ein Objekt zugreifen will, entweder <i>allen</i> oder <i>zumindest einem</i> Sachgebiet angehören, das dem Objekt zugeordnet ist. So wird der Verbreitungsbereich von Informationen wesentlich eingeschränkt, eine Kontrolle der Informationsflüsse wird erleichtert.
</p><p>Der Vorteil dieses Sicherheitskonzeptes besteht darin, dass den einzelnen <a href="Akteur" title="Akteur">Akteuren</a> nur die Rechte eingeräumt werden, die sie für ihre Aufgabe benötigen. Hierdurch wird das Risiko eines Missbrauchs von <a href="Anwendungsprogramm" class="mw-redirect" title="Anwendungsprogramm">Anwendungen</a> durch Ausnutzung von Sicherheitslücken minimiert.
</p><p>Das bedeutet zum Beispiel, dass eine Anwendung, die keine Berechtigung für <a href="Netzwerk" title="Netzwerk">Netzwerkzugriffe</a> benötigt, hierfür keine Rechte erhält. Dies hat zur Folge, dass ein Angreifer, der eine <a href="Sicherheitsl%C3%BCcke_(Software)" class="mw-redirect" title="Sicherheitslücke (Software)">Sicherheitslücke</a> ausnutzen möchte, das Programm nicht dazu missbrauchen kann, um Netzwerkverbindungen herzustellen.
</p><p>Der Nachteil dieses Konzeptes besteht in der Komplexität der Konfiguration, da für jede Anwendung ermittelt werden muss, welche Zugriffsberechtigungen diese benötigt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Implementierungen">Implementierungen</h2></div>
<table class="wikitable" style="text-align:center">

<tbody><tr class="hintergrundfarbe8">
<th>Hersteller – Implementation
</th>
<th>Typus
</th>
<th>System
</th>
<th>Akkreditiert
</th></tr>
<tr>
<th style="text-align:left"><a href="National_Security_Agency" title="National Security Agency">NSA</a>/<a href="Red_Hat" title="Red Hat">Red Hat</a> – <a href="SELinux" title="SELinux">SELinux</a>
</th>
<td>Variante von <a href="Bell-LaPadula" class="mw-redirect" title="Bell-LaPadula">Bell-LaPadula</a>
</td>
<td><a href="Fedora_(Linux-Distribution)" title="Fedora (Linux-Distribution)">Fedora</a>, <a href="Red_Hat_Enterprise_Linux" title="Red Hat Enterprise Linux">RHEL</a>, <a href="CentOS" title="CentOS">CentOS</a>, <a href="Gentoo_Linux" title="Gentoo Linux">Gentoo Linux</a>, <a href="Debian" title="Debian">Debian</a>, <a href="Darwin_(Betriebssystem)" title="Darwin (Betriebssystem)">Darwin</a>
</td>
<td>–
</td></tr>
<tr>
<th style="text-align:left"><a href="TrustedBSD" title="TrustedBSD">TrustedBSD</a>
</th>
<td><a href="Biba-Modell" title="Biba-Modell">Biba</a>, LoMAC
</td>
<td><a href="TrustedBSD" title="TrustedBSD">TrustedBSD</a>, <a href="Mac_OS_X" class="mw-redirect" title="Mac OS X">Mac OS X</a>, <a href="Darwin_(Betriebssystem)" title="Darwin (Betriebssystem)">Darwin</a>
</td>
<td>–
</td></tr>
<tr>
<th style="text-align:left"><a href="Novell" title="Novell">Novell</a> – <a href="AppArmor" title="AppArmor">AppArmor</a>
</th>
<td>–
</td>
<td><a href="Ubuntu_(Betriebssystem)" title="Ubuntu (Betriebssystem)">Ubuntu</a>, <a href="OpenSUSE" title="OpenSUSE">openSUSE</a>, <a href="SUSE_Linux_Enterprise_Server" title="SUSE Linux Enterprise Server">SLES</a>
</td>
<td>–
</td></tr>
<tr>
<th style="text-align:left">Rule Set Based Access Control (RSBAC)
</th>
<td>Variante von <a href="Bell-LaPadula" class="mw-redirect" title="Bell-LaPadula">Bell-LaPadula</a>
</td>
<td><a href="Gentoo_Linux" title="Gentoo Linux">Gentoo Linux</a>, <a href="Debian" title="Debian">Debian</a>, <a href="Fedora_(Linux-Distribution)" title="Fedora (Linux-Distribution)">Fedora</a>
</td>
<td>–
</td></tr>
<tr>
<th style="text-align:left"><a href="Sun_Microsystems" title="Sun Microsystems">Sun Microsystems</a>
</th>
<td>Variante von <a href="Bell-LaPadula" class="mw-redirect" title="Bell-LaPadula">Bell-LaPadula</a>
</td>
<td>Sun Trusted Solaris
</td>
<td>–
</td></tr>
<tr>
<th style="text-align:left"><a href="Microsoft" title="Microsoft">Microsoft</a>
</th>
<td><a href="Biba-Modell" title="Biba-Modell">Biba</a>
</td>
<td><a href="Microsoft_Windows_Vista" title="Microsoft Windows Vista">Windows Vista</a>
</td>
<td>–
</td></tr>
<tr>
<th style="text-align:left"><a href="Unisys" title="Unisys">Unisys</a>
</th>
<td><a href="Biba-Modell" title="Biba-Modell">Biba</a>, <a href="Bell-LaPadula" class="mw-redirect" title="Bell-LaPadula">Bell-LaPadula</a>, Lattice (compartment), Clark-Wilson
</td>
<td>OS2200
</td>
<td><a href="Trusted_Computer_System_Evaluation_Criteria" title="Trusted Computer System Evaluation Criteria">TCSEC</a> B1
</td></tr>
<tr>
<th style="text-align:left">Argus Systems Group <a href="PitBull_LX" title="PitBull LX">PitBull LX</a>
</th>
<td>Lattice (compartment)
</td>
<td><a href="AIX" title="AIX">AIX</a>, <a href="Sun_Solaris" class="mw-redirect" title="Sun Solaris">Sun Solaris</a>, <a href="Linux" title="Linux">Linux</a>
</td>
<td><a href="Information_Technology_Security_Evaluation_Criteria" title="Information Technology Security Evaluation Criteria">ITSEC</a> F-B1, E3
</td></tr></tbody></table>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Ross_Anderson_(Informatiker)" title="Ross Anderson (Informatiker)">Ross J. Anderson</a>: <i>Security Engineering. A Guide to Building Dependable Distributed Systems.</i> Wiley, New York, NY u.&nbsp;a. 2001, ISBN 0-471-38922-6 (<i>Wiley Computer Publishing</i>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Claudia Eckert: <i>IT-Sicherheit. Konzepte – Verfahren – Protokolle.</i> 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Oldenbourg, 2009, ISBN 978-3-486-58999-3, S. 242</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Claudia Eckert: <i>IT-Sicherheit. Konzepte – Verfahren – Protokolle.</i> 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Oldenbourg, 2009, ISBN 978-3-486-58999-3, S. 242&nbsp;f.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Claudia Eckert: <i>IT-Sicherheit. Konzepte – Verfahren – Protokolle.</i> 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Oldenbourg, 2009, ISBN 978-3-486-58999-3, S. 272</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Ravi S. Sandhu: <i>Lattice-Based Access Control Models</i>. In: <i>Computer</i>, v.26 n.11, November 1993, S.&nbsp;9–19</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Dorothy E. Denning: <i>A lattice model of secure information flow</i>. In: <i>Commun. ACM</i>, v.19 n.5, 1976</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Claudia Eckert: <i>IT-Sicherheit. Konzepte – Verfahren – Protokolle.</i> 6., überarbeitete und erweiterte Auflage. Oldenbourg, 2009, ISBN 978-3-486-58999-3, S. 260</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Ross J. Anderson: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.cl.cam.ac.uk/~rja14/Papers/oakpolicy.pdf"><i>A Security Policy Model for Clinical Information Systems.</i></a> (PDF; 536&nbsp;kB) University of Cambridge Computer Laboratory, 1996,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 13.&nbsp;März 2008</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AMandatory+Access+Control&amp;rft.title=A+Security+Policy+Model+for+Clinical+Information+Systems&amp;rft.description=A+Security+Policy+Model+for+Clinical+Information+Systems&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.cl.cam.ac.uk%2F%7Erja14%2FPapers%2Foakpolicy.pdf&amp;rft.creator=Ross+J.+Anderson&amp;rft.publisher=University+of+Cambridge+Computer+Laboratory&amp;rft.date=1996&amp;rft.language=en">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2024-03-19" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Mandatory_Access_Control&amp;oldid=243253459">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
</div>
</div><!--/htdig_noindex--></div>
</div>
</main>
</div>
</div>
</div>
<script src="./_webp_/webpHandler.js"></script>

</body></html>